die Vogelmaus oder der große Garderobenwechsel
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die Vogelmaus oder der große Garderobenwechsel

Die Mauser hat nichts mit Mäusen zu tun. Das Wort Mauser kommt vom Lateinischen mutare und heißt soviel wie „ändern“ „tauschen“.

Die Vögel tauschen also in regelmäßigen Abständen ihr Federkleid aus! Aber warum machen sie das eigentlich?

FEDERKLEID = ÜBERLEBEN

Das Federkleid ist eine Schutz- und Superkleidung, es erfüllt eine ganze Reihe lebenswichtiger Funktionen.

Unter anderem besitzen die Eroberer der Lüfte mit ihrem Federkleid z.B. die beneidenswerte Fähigkeit, sich der Aussentemperatur anzupassen. Zwischen den Federn und der Haut liegt ein Luftpolster als wirksame und regulierbare Klimaanlage. So trägt zum Beispiel der Hausspatz im Winter an die 3500 Konturfedern.

Indem er diese sträubt und die isolierende Luftschicht erweitert, kann er auch bei tiefer Kälte eine Körpertemperatur von 38,5 Grad aufrechterhalten. Bei sommerlichen Temperaturen dagegen presst der Spatz sein Gefieder eng an den Körper und verringert dadurch diese Luftschicht.

Wird die Hitze unerträglich, stellt er die Federn so weit vom Körper ab, dass sich die Spitzen der Deckfedern nicht mehr berühren und die Luft zwischen den Federn zirkulieren kann.

Wenn die Federn eines Vogel nicht gewartet und gepflegt werden bedeutet das den sichere Tod für den Pipmatz.

Katzen ähhh VOGELWÄSCHE

Federn werden wie unsere Haare, Fingernägel und Hornhaut aus Keratin gebildet. Und die Federn sind einem ständigen Abnützungsprozess ausgesetzt, ob durchs Wetter, Jahreszeitbedingungen, Konflikten mit Artgenossen usw.

Deshalb müssen sie in regelmäßigen Abständen erneuert werden.

Ein Vogelkleid besteht aus den vier Haupttypen: Konturfedern, Daunenfedern, Schwungfedern und Steuerfedern.

Das Kleid unserer einheimischen Singvögel setzt sich je nach Art aus unglaublichen 1100 bis 4600 Federn zusammen.

Die meisten Vogelarten tragen ein Jahr lang das gleiche Kleid. Danach sind die Federn auch bei bester Pflege abgenutzt, gebrochen oder entsprechen farblich nicht mehr dem kommenden Lebenszyklus des Tieres. Die Zeit ist reif für einen Garderobenwechsel.

VOLLMAUSER und TEILMAUSER

Im Allgemeinen findet die Vollmauser innerhalb eines Jahreszyklus nach Ende der Fortpflanzungszeit statt und umfasst sowohl die Körperfedern als auch die Flugfedern .

Außerhalb dieser Periode erfolgt eine Teilmauser, die Schwanz und Flugfedern ausspart.

Die Schwung- und Steuerfedern werden bei den meisten Vogelarten nach einem genauen Plan in bestimmter Reihenfolge ausgetauscht.

Damit die Flugkraft des Vogels erhalten bleibt, fallen die Handschwingen paarweise aus, eine am rechten, die andere an der entsprechenden Stelle am linken Flügel. Erst wenn das neue Federpaar nahezu seine volle Grösse erreicht hat, fällt das zweite aus.

Einige Arten mausern einmal jährlich, andere zwei bis dreimal.

Die neue Federbildung kann in Grösse, Form und Färbung eine Neuschöpfung sein, vor allem wenn das Sommer- durch das Winterkleid abgelöst wird, das neue Gefieder als buntes Hochzeitskleid dient oder das Jugend- zum Erwachsenengefieder wechselt.

VOLLKOST, ROHKOST ODER DOCH VEGAN?

In dieser Zeit, die vom Vogel viel Energie erfordert und bei Kleinvögeln bis zum vollständigen Federwechsel 3 bis 4 Monate beansprucht, benötigen die Tiere einen reich gedeckten Tisch.

Fehlt er oder ist die Ernährung mangelhaft, so wachsen die Federschäfte dünn und die Vögel verlieren ihre Wendigkeit.

Die Sperber haben sich einen intelligenten Mauserplan zurechtgelegt: Das Sperberweibchen beginnt gleich nach der ersten Eiablage mit der Mauser. Während der Brut- und Aufzuchtzeit muss es keine Beute jagen – dies besorgt das Sperbermännchen – und so kann das Weibchen in Ruhe sein Gefieder erneuern. Das Männchen dagegen muss so lange zuwarten, bis die Jungen flügge sind. Fällt es aus, stoppt das Weibchen seine Mauser und fliegt selbst auf Futtersuche.

Es gibt auch Vogelarten die während der Mauserzeit flugunfähig sind! Der Stockentenerpel z.B. ist für ganze 3 bis 5 Wochen nicht fähig zu fliegen! Da hilft es nur die Nähe zu grossen Gewässern zu suchen um eine Chance aufs Überleben zu haben!

 

 

Und wenn du nun nachforschst, wann dein Lieblingsvogel in der Vollmauser steckt und du seinen Lebensraum kennst, kannst du dich auf die Suchen nach seinen schönen abgeworfenen Federn machen!

Vergiss bitte nicht dies im Vorfeld mit dem Waldbesitzer zu klären! Denn Vogelfederfundmitnahme und ähnliches ohne die dazu benötigte Berechtigung ist in unseren Breitengraden illegal und wird bestraft!

 

 

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Das Universum, in dem wir leben, ist wie ein lebendiger Organismus. © Dalai Lama

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