Baumharz als Wilde Hilfe Wundermittel
Pflanzenleute · Wildnis-Skills

Baumharz als Wilde Hilfe Wundermittel

Die Naturapotheke bietet das ganze Jahr über verschiedene Helfer, um größeren oder kleinen Blessuren zu begegnen. Ein ausgesprochen breites Wirkungsspektrum bieten Baumharze. Erfahre mehr über diesen wunderbare Klebezeugs von Fichte, Kiefer, Tanne und Lärche…

 

Baumharz als Wilde Hilfe Wundermittel

Bevor ich hier auf einige Anwendungs-Möglichkeiten eingehe, möchte ich gerne einen Dank in zwei Richtungen aussprechen, die scheinbar weit auseinander liegen. Danke an die Bäume, für ihre wundervollen Geschenke an die große Erdgemeinschaft, wie etwa das Brennholz, Bauholz, den Sauerstoff und noch vieles mehr. Aber auch einen Dank an die moderne Medizin, an die tollen Erste-Hilfe-Ausrüstungen wie Pflaster und Binden, aber auch für Antibiotika und die grandiosen Unfallspitäler in unseren Breiten.

Über den Großteil der Menschheitsgeschichte gab es aber keine zentrale Anlaufstelle für medizinische Notwendigkeiten. Naja, vielleicht die Medizin- oder Kräuterfrau … aber definitiv war die Apotheke in der Umgebung und die Pflanzen und ihre heilungsunterstützenden Stoffe wurden ebendort gesammelt oder gar kultiviert.

Neben Blüten, Samen, Früchten, Blättern und Wurzeln diverser Kräuter, war ein wichtiges Heilmittel das Harz von Bäumen.

Was ist Harz?

Harz ist eine zähflüssige Absonderungen von bestimmten, harzproduzierenden Bäumen (auch Pflanzen können geringe Harzanteile haben), um vor allem bei Verletzungen für raschen und sicheren Wundverschluss zu sorgen. Dieses Harz wird zum Beispiel bei Nadelbäumen in Harzkanälen gespeichert, wo es auch im Inneren einen gewissen Schutz vor Pilzbefall bietet. Bei Wunden produziert der Baum dann noch mehr von dieser Masse und „pumpt“ es zu der betreffenden Stelle.

Harz besteht aus verschiedenen Säuren und Ölen, je nach Baumart in unterschiedlichen Zusammensetzungen. So können unterschiedliche Arten von Terpenen, wie zum Beispiel Limonen enthalten sein. Anfangs sind diese Harze flüssig ,sonst könnten sie ja nicht im Inneren des Holzes transportiert werden, und werden unter Luftkontakt schliesslich hart.

Gerade bei Nadelbäumen ist dieses Harz anfangs oft durchsichtig und wohlriechend. Je nach Baumart geht es mehr ins Zitronige, Orangige oder Minzige oder Petroleumartige. Ausgehärtet kann es weiss, gelblich bis bräunlich werden.

Harz ist pilz- und bakterienhemmend!

Neben dem auskristallisierenden Wundverschluss sorgt das Harz vor allem für eine möglichst feindliche Umgebung für Bakterien und Pilze, die durch bereits kleinste Verletzungen in den Baum eindringen können und dort für großen Schaden sorgen können. Zudem wirkt es auch gegen Viren.

Und genau diese Eigenschaften sind auch für uns Menschen ein Segen!

Anwendung in der Wilden Hilfe

Aus diesen Nadelbaumharzen kann man wunderbare Salben erstellen, aber als Sofortmaßnahme kann auch das Harz direkt angewendet werden – schließlich hat man im Notfall keinen Kocher, Sieb, Wachs etc. mit dabei.

Am Geeignetsten ist natürlich frisches, flüssiges, reines Nadelbaumharz. Ideal hierfür ist das Harz von Tanne und Douglasie, welches in kleinen Harzblasen in der Rinde deponiert liegt und durch einfaches Anstechen dieser „Bubble“ gewonnen werden kann.

Hier ein Videolink zur Harzgewinnung und Feuermachen betreffend der Tanne (und Douglasie).

Es kann einerseits an den Wundrand geschmiert werden, um die Entzündung zu lindern und die Wundheilung zu unterstützen. Auch bereits geschlossene Schürfwunden heilen schneller, unproblematischer und narbenärmer ab.

Direkt in die Wunde?

Ja, es ist möglich, Harz direkt in Wunden zu streichen. Auch bei heftigeren Schnittwunden zum Beispiel. Das funktioniert sehr sehr gut. Darüber bindet man ein Stück Rinde oder ein festeres Pflanzenblatt und schon hat man ein Wildnispflaster.

ABER!

Aber das gibt es etwas, was unbedingt erwähnt werden muss. Jegliches „Zupappen“ von Schnittwunden birgt die Gefahr, potentielle Erreger in die Wunde einzuschliessen, wo sie dann perfekte Lebensbedingungen vorfinden und vor unseren Augen und Zugriffen geschützt das örtliche Immunsystem überfordern und zu weit größerem Schaden führen können – einer Blutvergiftung zu begegnen ist ein Hochrisiko-Unterfangen ohne der uns bekannte medizinischen Versorgung!

Wunde unbedingt ausbluten lassen und/oder gut ausspülen wenn möglich – beides soll alles was nicht in den Körper gehört rausspülen. Zudem sollte eine derart versorgte Wunde 2-3 mal pro Tag kontrolliert werden, gegebenfalls nochmal gereingt und frisch versorgt werden.

Weitere Sofortanwendungen

Ganz wunderbar eignet sich Nadelbaumharz auch für die Zahnfleischpflege, sprich Einreiben ebendessen oder als Zahnpasta verwenden oder Baumharz als zahnpflegenden Kaugummi verwenden (Achtung bei Plomben).

Bei Erkältungs-Infekten in den Tee hinein oder auch in den Eintopf mischen. Oder die Brust damit einschmieren. Oder unter die Nase reiben. Achtung, manche Menschen sind auf das Limonen überempfindlich!

Als Wundermittel bei Schiefern. Harz hat einen „ziehenden“ Effekt. Bekannt ist ja die Pechsalbe.

Zum Räuchern, auch hier hat es einen reinigenden Effekt, Ungeziefer zum Beispiel mag diesen Duft gar nicht. Manche nehmen eine Art Schutzschicht war die durch Räuchern mit dem „Waldweihrauch“ entsteht.

Empfehlungen

Jedes Harz ist super. Unsere Lieblinge aber sind:

  • Tanne
  • Douglasie
  • Lärche
  • Schwarzpappel-Knospen (ja kein Nadelbaum!)

 

Noch ein Tipp

Du möchtest praxisnahes Erste Hilfe Wissen erfahren? Dann ist dieses WILDE HILFE Seminar genau richtig für dich: WILDE HILFE mit Martin und Robert

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Welche einfachen, möglichst primitiven Wilde-Hilfe-Anwendungen kennst du noch für Baumharze? Bitte schreib uns das in den Kommentaren!

 

 

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Wir haben die Erde nicht von unseren Vorfahren geerbt, wir haben sie von unseren Kindern geliehen. (Sitting Bull, Lakota-Indianer)

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  • Rose Schnell

    Ich hatte mir im Laufe des vorigen Jahres leider in einem dicken Backenzahn ein Loch zugelegt. Es war gekommen weil ich einen geistig verwirrten Menschen immer wieder versucht hatte, in gute Gedanken rein zu bringen. Es war mir nicht gelungen, statt dessen war ich immer saurer geworden und dann war da ein richtiges Loch im Zahn direkt am Zahnfleisch, schon fast unter dem Zahnfleisch.
    Es tat nicht weh beim Entstehen. Erst als ich endlich meine Überredungskünste eingestellt hatte und den betreffenden in seiner negativen, von Verfolgungswahn vergifteten Welt so respektierte wie er war, begann der Zahn zu schmerzen.
    Da ich durch die Germanische Heilkunde und deren 5 biologischen Naturgesetze weiß, dass das Entkalkifizieren nicht weh tut, aber das Rekalzifizieren sehr wohl, ging ich ein paar Tage durch die Zahnschmerzen.

    Jetzt ist alles gut und dabei hat mir Fichtenharz geholfen. Ich habe das Loch immer mit einer Munddusche sauber gemacht und dann mit schon sehr festem Fichtenharz verschlossen. Das Harz hält mindestens 24 Stunden an dem Zahn, er kann von innen heraus sich wieder aufbauen und ist geschützt vor Speiseresten, die sich gerne in das Loch setzen würden und dort nichts Gutes anrichten.
    Ein großartiges Mittel – das Fichtenharz!

    Auch habe ich es schon mal verräuchert und die Wirkung war heftig, es löste alte Traumata auf, die es erst mal hoch holte und dann wirklich in seinem heftigen Rauch transformierte. Das habe ich in einer Gruppe erlebt und alle waren in den Prozess gekommen.

    Viele Grüße von Rose

  • Philipp G

    Hallo Martin,
    Harz ist wirklich ein Wundermittel. Dass es für Wundheilung verwendet werden kann, wusste ich bislang nicht. Als Tüftler beschäftige ich mich derzeit jedoch mit einem Woll-Klebstoff, der auf Harz basiert.
    Die von dir beschriebenen Eigenschaften von Harz werten diesen Forschungsansatz zusätzlich auf, und machen ihn noch attraktiver.
    Ich freue mich, mehr über Harz zu erfahren!
    Liebe Grüße Philipp

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